Regie Katharina Rabl & Rebecca Zehr
Kamera Manuel Lübbers
Ton Katharina Rabl & Rebecca Zehr
Montage Melanie Jilg
Executive Producer Phillip Link & Max Scherer
Musik/Sounddesign Johannes Wendler
Stimme Mona Vojacek Koper

Produktionsfirma taro films
In Koproduktion mit der Hochschule für Fernsehen & Film München
SYNOPSIS
An den Ufern des Toten Meeres, wo Gott einst die sündigen Städte Sodom und Gomora zerstört haben soll, tut sich der Boden wieder auf: Der Meeresspiegel des Toten Meers sinkt um einen Meter pro Jahr und an den Ufern des Salzsees brechen Dattelpalmen und Massageräume in Senklöcher ein. Während sich der Name des Salzsees in eine selbsterfüllende Prophezeiung zu verwandeln scheint, strahlen die gewaltigen Industrieanlagen am Standort Sodom in der Nacht. Touristen tasten sich auf der Suche nach Heilung ins Wasser und hinter den Stränden graben sich Bagger in den Boden für das nächste Luxushotel. Ein kaleidoskopischer Blick auf einen dystopischen Ort, an dem der Mensch immerwährend um sich selbst kreist
FESTIVALS und PREISE - Auswahl

Tenk Award – Visions du Réel 2019
Preis der Deutschen Filmkritik – Bester Kurzfilm 2019
DOK.fest München
EDOC Festival Ecuador 2019
Kurzfilm Festival Hamburg 2019
ForadCamp 2019
dokumentART 2019
Diagonale 2020 / Die Unvollendete

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JURYBEGRÜNDUNG 
Preis der deutschen Filmkritik für besten Kurzfilm 2020
Eine cineastische Reise an den tiefsten Punkt der Erde, in deren Verlauf en passant eine universelle Geschichte von Schöpfung, Verantwortung und Zerstörung erzählt wird. Gedreht an den Ufern des Toten Meeres, wo Gott einst Sodom und Gomorrha zerstörte, um die sündigen Menschen zu bestrafen. Klar kadrierte Bilder zeigen verfallene Lost Places, verlassene Spa-Anlagen und aufgegebene Dattelplantagen. Das Wasser des Toten Meeres zieht sich seit Jahrzehnten zurück, übrig bleiben nur salzige Erde und gefährliche Sinklöcher. Die ruhige, konzentrierte Kamera macht die Ödnis und Leere dieser Welt spürbar, auch wenn überall Touristen auf der Suche nach Erholung und dem perfekten Selfie durchs Bild stolpern. Eine doppelbödige, aber nie aufdringliche Montage verknüpft den Rettungsschwimmer, der darüber philosophiert, dass Menschen in großer Gefahr in Schockstarre verfallen, mit der biblischen Geschichte um Lots zur Salzsäure erstarrten Frau und der beunruhigend aktuellen Frage, wie wir alle auf Krisen reagieren. Die bildgewaltig-dystopische Erzählung mündet in ein bedrückendes Fazit, das nicht nur für das sterbende Tote Meer zu gelten scheint, sondern gleichsam wie eine Parabel auf den Zustand der Welt anmutet. Wer angesichts großer Gefahr erstarrt und nur um sich selbst kreist, der wird den Lauf der Dinge nicht verändern.

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